CAN (Controller Area Network) Funktionsprinzip
Der CAN-Bus ist ein asynchrones, serielles Feldbussystem für die
Vernetzung von Steuergeräten, Sensoren und Aktoren. Im Gegensatz zu anderen Netzwerkprotokollen adressiert CAN nicht die
Teilnehmer (Steuergeräte) sondern die übermittelte Nachricht. Kurz: Die Nachricht
enthält die Information, von wem Sie gesendet wurde und die Teilnehmer entscheiden,
ob sie die Nachricht verwenden. Hierfür ist der CAN-Bus als Multi-Master-Topologie (Alle Teilnehmer sind gleichberechtigt) ausgelegt, bei welcher der
Buszugriff über das CSMA/CA (Carrier Sense Multiple Access /
Collision Avoidance) Verfahren geregelt ist. Bus-Zugriffs-Kollisionen werden
durch Bit-Arbitrierung vermieden. Die Daten sind NRZ-L kodiert. Zusätzlich
ist eine zyklische Redundanzprüfung via CRC im Einsatz.
CAN ist ein örtlich begrenztes System, das zur Familie der LAN
(Local Area Network) - Netze gehört. Es untersteht somit dem OSI
Netzwerkmodell.
Das OSI Netzwerkmodell definiert sieben Schichten (Layer).
| Layer |
Beschreibung |
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| Application (7) |
Anwendungsschicht /
Verarbeitungsschicht. Auf diesem Layer wird die Funktionalität des
Netzwerkes dem Benutzer zur Verfügung gestellt. z.B. E-Mail im
Internet (Ethernet) |
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| Presentation (6) |
Darstellungsschicht. Hier werden
die systemabhängigen Daten (Daten im Getriebe-Steuergerät) in eine
systemunabhängige, dem CAN-Protokoll entsprechende, Darstellung
gebracht. Hierzu gehören auch Datenkompression und Verschlüsselung.
Kurz: Übersetzt die Daten des Getriebe-Steuergeräts in die
"CAN-Sprache". |
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| Session (5) |
Sitzungsschicht. Hier wird die
Kommunikation zwischen den Steuergeräten im Fahrzeug geregelt. |
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| Transport (4) |
Transportschicht. Sie kümmert
sich um die Segmentierung von Datenpaketen und die Stauvermeidung
auf dem CAN-Bus. |
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| Network (3) |
Vermittlungsschicht. Sie kümmert
sich um das Routen der Datenpakete auf dem BUS. (Die Datenströme
werden von den Sendern zu den Empfängern geleitet. Vergleichbar mit
der Vermittlung eines Telefongesprächs von einem Anschluss zu einem
anderen.) |
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| Data Link (2) |
Sicherungsschicht. Hier werden
die Daten in Bitdatenströme aufgeteilt und mit Prüfsummen versehen
(Codierung / Verschlüsselung der Daten) |
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| Physical (1) |
Bitübertragungsschicht. Hierbei
handelt es sich um die Verkabelung (Kupferkabel / Lichtwellenleiter) |
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Der CAN-Bus wird in Fahrzeugen als linearer Bus verwendet.
Topologien in Ring- oder Sternanordnung sind nicht erlaubt. Als Bus-Medium
ist eine verdrillte oder geschirmte Zweidraht-Kupferleitung (CAN-H und
CAN-L), die an beiden Enden mit einem 120 Ω
Widerstand abgeschlossen ist, vorgesehen. Diese Abschlusswiderstände werden
zwingend benötigt, da ansonsten die CAN-Signale von einem offenen oder falsch
abgeschlossenen Leitungs-Ende reflektiert werden können und auf der Leitung
zurücklaufen. Diese Reflektionen überlagern die eigentlich auf dem CAN-Bus
vorhandenen Signale, wodurch diese für die Netzknoten unlesbar werden.
| Netzknoten |
Besteht aus einem
Mikro-Kontroller, CAN-Kontroller und Bustreiber |
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| Mirko-Kontroller |
Steuert den CAN-Kontroller und
bearbeitet Sende- und Empfangsdaten |
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| CAN-Kontroller |
Realisiert den Sende- und
Empfangsbetrieb über den CAN-Bus |
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| Bustreiber |
Senden bzw. Empfangen des
Buspegels |
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| Busleitung |
Zweidrahtleitung (verdrillt oder
abgeschirmt) |
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| Busabschluss |
Widerstände zur Vermeidung von
Reflexionen. (Dringend benötigt) |
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Das CAN-Signal ist ein digitales Signal (nur zwei Zustände "rezessiv = 1"
und "dominant = 0"), das für +24V Fahrzeuge im Bereich von -3 V bis +32V
Kurzschlussfest ist. Der rezessive Pegel ist für beide Leitungen mit 2.5V
definiert, der dominante Pegel mit 3.5V (3V bis 5V) für CAN-H und 1.5V (max.
2V) für CAN-L. Für die Erkennung eins Zustandswechsels ist die Differenz
zwischen CAN-H und CAN-L entscheidend. Die Differenzspannung zwischen CAN-H
und CAN-L ist mit 2V ( 1.6V - 5V) für einen dominanten Pegel und 0V (-1V -
0.5V) für einen rezessiven Pegel definiert.
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Ein vollständiges Datenpakt (Datensatz) auf dem CAN-Bus besteht aus sieben
Feldern.
| Anfangsfeld |
Das Anfangsfeld (Start Frame)
markiert den Beginn einer Botschaft und synchronisiert alle
Stationen. |
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| Statusfeld |
Das Statusfeld (Arbitration Field)
besteht aus einem Botschafts-Identifier (11 Bit) und einem
Kontrollbit. Während der Übertragung dieses Feldes prüft der Sender
bei jedem Bit, ob er noch sendeberechtigt ist oder ob eine andere
Station mit höherer Priorität sendet. Das Kontrollbit entscheidet,
ob es sich bei der Botschaft um einen Data Frame oder einen Remote
Frame handelt. |
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| Kontrollfeld |
Das Kontrollfeld enthält den code
für die Anzahl der Daten-Bytes im Datenfeld. |
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| Datenfeld |
Im Datenfeld werden informationen
für die anderen Stationen übertragen. Der Informationsgehalt lliegt
zwischen 0 und 8 Bytes (1 Byte = 8 Bit) max. 64 Bit. |
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| Sicherungsfeld |
Das Sicherungsfeld (CRC Field)
dient dazu, Übertragungsstörungen zu erkennen. |
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| Bestätigungsfeld |
Im Bestätigungsfeld (Ack Field)
signalisieren die Empfänger dem Sender, dass die Botschaft korrekt
empfangen wurde. Wird ein Fehler erkannt, teilen sie dies dem Sender
sofort mit, worauf der Sender die Daten wiederholt sendet. |
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| Endfeld |
Mit dem Endfeld (End of Frame)
endet die Botschaft. Dies ist die letzte Möglichkeit, um Fehler zu
melden. |
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Das CAN Protokoll SAE J1939 definiert zusätzlich noch ein erweitertes
Statusfeld von 11 Bit (Base frame format)- auf 19 Bit (Extended frame format)
- Identifizierung.
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Der Objektidentifier kennzeichnet den Inhalt einer Nachricht. Die
Empfänger entscheiden anhand dieses Identifiers, ob die Nachricht für sie
relevant ist, oder verworfen wird. Zusätzlich dient der Objektidentifier für
die Priorisierung und Arbitrierung der Nachrichten.
CAN ist ein Multi-Master Bussystem. Durch Arbitrierung und Priorisierung
wird das Senderecht auf dem Bus geregelt.
Arbitierungsprinzip:
Die Belegung des CAN-Busses erfolgt durch Aufschalten eines
dominanten Bits (SOF). Anschließend werden die Bits des Identifiers
nacheinander auf den Bus gelegt und mit dem tatsächlich vorhandenen
Buspegel verglichen. Tritt während der Arbitrierung ein Unterschied auf
(rezessiv gesendet - dominat erkannt), zieht sich der Sender des
rezessiven Pegels vom Bus zurück und schaltet unmittelbar in den
Empfangsmodus. Der erkannte dominante Buspegel erfolgte durch einen
Sender mit höherer Priorität.
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