Zeitstempel in Ereignisspeichereinträgen
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Die Information, "Wann" ein Ereignis aufgetreten ist, gehört zu den
wichtigsten Umgebungsbedingungen, die im Ereignisspeicher abgelegt
werden.
Die Beantwortung der Frage "Wann?" hilft, ein Ereignis in einen
zeitlichen Kontext zu bringen. In der Getriebesteuerung wird diese Frage
durch das Abspeichern von Zeitstempeln beantwortet. Der Begriff
Zeitstempel ist dabei fast wörtlich zu nehmen. So wie bei Stempeluhren das Ereignis
(Kommen oder Gehen) durch einen Stempel auf einer Zeiterfassungskarte
dokumentiert wird, so werden in der Steuerung Ereignisse durch einen
„Stempel“ (dem Abspeichern eines Zeitwertes) im Ereignisspeicher
dokumentiert.
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Um die Frage nach dem „Wann“ beantworten zu
können, muss man sich zunächst einmal klar darüber werden, dass zwischen
absoluten Zeitangaben (Zeitpunkt) und relativen Zeitangaben (Zeitspanne) zu
unterscheiden ist. Absolute Zeitangaben wie Datum und Uhrzeit bedingen, dass
diese Zeitangaben im Fahrzeug vorhanden sind und auf dem CAN-Bus zur
Verfügung stehen. Ist dies der Fall, kann jedem Ereignis in der Steuerung ein
absoluter Zeitstempel zugeordnet werden. Absolute Zeitangaben beschreiben
einen Zeitpunkt, z.B. es ist 15:00 Uhr. Relative Zeitangaben beschreiben die Zeit als Differenz
zwischen zwei Ereignissen, bspw. dem Einschalten der Zündung und dem
Auftreten eines Ereignisses oder dem Auslesen des Ereignisspeichers und dem
Auftreten eines vorhergehenden Ereignisses. Relative Zeitangaben beschreiben
eine Zeitspanne, z.B. es dauert 15 Minuten.
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Es liegt in der Natur bestimmter Ereignisse,
dass sie beliebig oft auftreten und wieder verschwinden können und damit
eine unkalkulierbare Anzahl Zeitstempel erzeugen würden. Man denke nur an
Wackelkontakte. Da der Speicherplatz im Getriebe-Steuergerät begrenzt ist,
muss definiert werden, welche Zeitstempel gespeichert werden sollen. Im Fall
des Getriebe-Steuergeräts sind dies das „erste Auftreten“ und das „letzte
Verschwinden“ eines Ereignisses. Bei einem Wackelkontakt würde sich also
ständig der Zeitstempel für das letzte Verschwinden ändern, da ein ständiger
Wechsel zwischen Fehler-vorhanden (aktiv) und Fehler-nicht-vorhanden
(passiv) stattfindet. Der Ereignisspeicher im Getriebe-Steuergerät kann bis
zu 10 verschiedene Ereignisse enthalten. Jedes Ereignis verfügt über seine
eigenen Zeitstempel. Die Analyse des zeitlichen Verlaufs eines Ereignisses
erfolgt also getrennt für jedes Ereignis.
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Die Häufigkeit gibt an,
wie oft ein Ereignis zwischen den Grenzen „Erstes Auftreten“ (wird erstes
Mal aktiv) und „Letztes
Verschwinden“ (wurde zum letzten Mal passiv) aufgetreten ist. Der Häufigkeitszähler zählt bis zum Wert
250. Tritt ein Ereignis mehr als 250 Mal auf, wird der Zählerwert für die
Häufigkeit bei 251 eingefroren.
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Die Zeiten werden im
Format hh:mm:ss (Stunden:Minuten:Sekunden)
dargestellt.
Der Wertebereich
absoluter Zeiten (Zeitpunkte) reicht somit bis max. 23:59:59. Relative
Zeiten (Zeitspannen) sind nach oben aber nicht begrenzt, d.h. es können auch
Werte von bspw. 1689:00:00 auftreten.
| Zeitraum zwischen |
... Systemstart und erstmaligem
Auftreten des Ereignisses |
...Systemstart und letztmaligem
Verschwinden des Ereignisses |
...letztmaligem Auftreten des
Ereignisses und Lesen des Ereignisspeichers |
...erstmaligem Verschwinden des
Ereignisses und Lesen des Ereignisspeichers |
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| Darstellung im Report |
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Den ersten Zeitstempel setzt die Getriebesteuerung beim ersten
Auftreten eines Ereignisses. Eingetragen werden, sofern auf dem CAN-Bus
vorhanden, Datum, Uhrzeit und Kilometerstand. Da diese absoluten Angaben
vom CAN-Bus abhängen, kann es vorkommen, dass diese Felder frei bleiben.
Immer eingetragen wird die Zeit, die zwischen Hochfahren der
Steuerung bei "Zündung ein" und dem Auftreten des Ereignisses liegt.
Diese Zeit gibt Aufschluss darüber, ob der Fehler bereits während der
Initialisierungsphase der Getriebesteuerung vorhanden war, oder erst im
Fahrbetrieb aufgetreten ist. Als zweite relative Zeitmarke wird beim
Auslesen (Durchführen eines Uploads) des Ereignisspeichers der Zeitraum
zwischen dem ersten Auftreten eines Ereignisses und dem Auslesen
berechnet.
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Den zweiten Zeitstempel setzt die Getriebesteuerung beim letzten
Verschwinden eines Ereignisses. Eingetragen werden, sofern auf dem
CAN-Bus vorhanden, Datum, Uhrzeit und Kilometerstand. Da diese absoluten
Angaben vom CAN-Bus abhängen, kann es vorkommen, dass diese Felder frei
bleiben.
Immer eingetragen wird die Zeit, die zwischen Hochfahren der
Steuerung bei "Zündung ein" und dem Verschwinden des Ereignisses liegt.
Diese Zeit gibt Aufschluss darüber, ob der Fehler bereits während der
Initialisierungsphase der Getriebesteuerung oder erst im Fahrbetrieb
verschwunden ist. Als zweite relative Zeitmarke wird beim Auslesen
(Durchführen eines Uploads) des Ereignisspeichers der Zeitraum zwischen
dem letzten Verschwinden eines Ereignisses und dem Auslesen berechnet.
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Der nebenstehende Ausschnitt aus dem ECU-Report
verrät
folgendes:
Das Ereignis ist am 6.12.2006 zwischen 15:23:54 Uhr
und 15:23:56 Uhr insgesamt zweimal aufgetreten.
Das erste Auftreten um 15:23:54 Uhr fand 7 Minuten und 20
Sekunden nach dem Einschalten der Zündung statt. Der Motor wurde
also um 15:16:34 gestartet.
Die gleiche Information kann aus dem letztmaligen
Verschwinden berechnet werden. Dieses Ereignis fand um 15:23:56
Uhr 7 Minuten und 22 Sekunden nach dem Einschalten der Zündung
statt.
Die Gesamtfehlerdauer lag bei 2 Sekunden. Berechnen kann man
diesen Wert aus:
den absoluten Zeitstempeln (15:23:56 - 15:23:54) oder
den relativen Zeitstempeln ( 00:07:22 - 00:07:20)
Während dieser 2 Sekunden hat das Fahrzeug eine Strecke von 0
Kilometern zurückgelegt (8.512 km - 8.512 km). |
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